Toggenburger wehren sich gegen Post-Abbaupläne

ST. GALLEN/REGION Die St. Galler Regierung soll gegenüber der Post die Anliegen und Interessen der Landbevölkerung sowie der älteren Generation mit aller Klarheit vertreten. Konkret soll sie sich gegen die Schliessung weiterer Poststellen auf dem Land einsetzen. Das fordert Kantonsrat Mirco Gerig (SVP, Alt St. Johann) in einer Interpellation, die er gestern Dienstag im Kantonsrat eingereicht hat. Unter den 37 mit unterzeichnenden Kantonsräten sind sämtliche aus dem Wahlkreis Toggenburg, aus der Region Werdenberg auch Sascha Schmid aus Grabs.

Die Poststelle sei ein wichtiger Lebensnerv jeder Gemeinde, schreibt Gerig. Die Lebensqualität und Attraktivität der Dörfer sinke mit jedem Verschwinden einer Postfiliale weiter. Damit werde ein grösserer Graben zwischen die gutversorgten urbanen Regionen und die Randgebiete getrieben – und zudem würden durch Postschliessungen Arbeitsplätze gestrichen.

 

Nur noch eine Poststelle im ganzen Toggenburg?

 

In den letzten Jahren seien im Kanton St. Gallen bereits sehr viele Poststellen geschlossen worden – teils ersatzlos, teils ersetzt durch ein beschränktes Angebot als Agentur im Dorfladen ersetzt. Nun plane die Post bekanntlich einen erneuten, noch radikaleren Abbau des Poststellennetzes. Laut Zeitungsberichten sollen im Toggenburg bis auf Kirchberg alle Poststellen geschlossen werden.

Deshalb möchte der Obertoggenburger Kantonsrat Mirco Gerig wissen, wie die St. Galler Regierung über die Abbaupläne der Post informiert und wie weit sie in die Vorgänge involviert ist. Laut einer Medienmitteilung der Schweizerischen Post, die dem Service public verpflichtet sei, würden die Kantone in entsprechende Entscheide eng eingebunden.

Der Interpellant fragt auch nach der Reaktion der St. Galler Regierung auf die «beabsichtigte Massenschliessung von Poststellen» und ob diese sich bewusst sei, dass mit der Strategie der Post die Landregionen geschwächt würden. (ts)

 

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