Lerninhalte via Live-Streaming nicht von Vorteil

ST. GALLEN/GRABS Die Hochschulen im Kanton St. Gallen setzen seit einigen Jahren auf den Einsatz digitaler Vermittlungsmethoden, verzichten aber bewusst auf ein systematisches Live-Streaming von Lehrveranstaltungen. Das schreibt die Kantonsregierung in einer Antwort auf eine Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Sascha Schmid (Grabs).

Dieser erkundigte sich in seinem parlamentarischen Vorstoss, weshalb sich die Hochschulen im Kanton bisher mit dem Live-Streaming zurückhalten, welches die Pläne dazu sind und wie hoch die Kosten für dessen Realisierung an den einzelnen Hochschulen sind. Die Buchser Hochschule NTB setze die Live-Streams bei einzelnen Veranstaltungen ein, wenn Studierende sich in St. Gallen oder Chur aufhalten und für eine einzelne Vorlesung nicht nach Buchs anreisen können. In einem NTB-Master-Programm kommen Live-Streams zum Einsatz, um eine in Buchs gehaltene Vorlesung nach Rapperswil zu streamen bzw. zu übertragen.

 

Kostspielig und ein «Schnelldurchlauf»

 

Wie die St. Galler Regierung weiter schreibt, sei Live-Streaming vor allem an grösseren Universitäten systematisch verbreitet, die Hochschulen im Kanton würden allerdings andere Ziele verfolgen als Massen- oder Fernuniversitäten. Sie hätten den Anspruch, Studierende möglichst unmittelbar und persönlich zu betreuen und die Vorteile der physischen Präsenz zu nutzen. Die Erfahrung zeige auch, dass die Streaming-Angebote oft ungenügend oder wenig sinnvoll genutzt würden. So habe man an der Hochschule St. Gallen die Erfahrung gemacht, dass gestreamte Vorlesungen von Studierenden im «Schnelldurchlauf» angeschaut würden. Abgesehen vom Aspekt der Lehrqualität sei zu beachten, dass Live-Streaming kostspielig sei, da es hohe technische, didaktische und organisatorische Anforderungen stelle, heisst es in der Antwort auf die Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Sascha Schmid. (ab)

 

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