Von "intensiv" bis "gar nicht"

Vier Werdenberger Kantonsratskandidaten und eine Kantonsratskandidatin erklären, wie und warum sie Facebook, Twitter und Co. im Wahlkampf nutzen – und wo die Knackpunkte bei deren Anwendung sind.

HANSPETER THURNHERR

 

REGION. Für SVP-Kandidat Sascha Schmid sind die Sozialen Medien ein gutes Instrument, um viele Leute zu erreichen. Und dies praktisch ohne finanziellen Aufwand. «Ich setze sie ein als Verstärkungsinstrument. Zum Beispiel: Wenn ich einen Leserbrief schreibe, setze ich ihn auch auf die Webseite und verlinke ihn mit den sozialen Medien. Damit erreiche ich ein anderes Publikum: sowohl Junge als auch Ältere, die nicht Zeitung lesen.»

Apropos Ältere: Sascha Schmid spricht von «meiner Elterngeneration», die zunehmend in den Sozialen Medien aktiv werde, dort lese und kommentiere. Nur mit den Sozialen Medien könne man aber keine Kampagne führen. Die herkömmlichen Mittel seien immer noch wichtig. «Mein Gesicht muss auf verschiedenen Medien zu finden sein, um sich bei den Leuten einzuprägen», verdeutlicht Schmid.

 

Alle Altersgruppen erreichen

 

Eine, welche die modernen Kommunikationsmittel ebenfalls intensiv nutzt, ist FDP-Kantonsrätin Katrin Frick. «Wenn man alle Altersgruppen erreichen will, gehören die Sozialen Medien selbstverständlich dazu. Eine Homepage als Plattform, wo der Nutzer mehr erfährt, ist auch ein Service.» Die Buchser Vizestadtpräsidentin ist sich gewohnt, mit iPad zu arbeiten und macht es auch gern: «Ich schreibe und lese auf dem iPad, nutze es für die Kommunikation und halte so schnellen und engen Kontakt. » Komme dazu, dass Soziale Medien billig sind. Trotzdem brauche es auch die traditionellen Mittel. Doch was letztlich zum Erfolg verhelfe, wisse man nicht.

«Lieber nichts, als halbherzig»

Nicht auf den modernen Kommunikationsmitteln vertreten ist EVP-Kantonsrat Hans Oppliger: «Ich habe keine Zeit, um ständig vor diesen Geräten zu sitzen. Ausserdem gilt für mich: Lieber nichts als halbherzig. » Er setze auf traditionelle Mittel wie Zeitungsinserate, Flyer – und gemeinsam mit zwei der Frauen auf Plakate. Denn wichtig sei ihm das Team. «Alle haben ihre Stärken. Deshalb sollen sich die Jungen in der EVP mit den sozialen Medien profilieren», ergänzt Hans Oppliger.

 

Langfristig aufbauen

 

Für Christoph Steuble, Präsident der CVP Werdenberg und selber Kantonsratskandidat, muss der Einsatz der Sozialen Medien langfristig aufgebaut werden. «Wir von der CVP Werdenberg fangen bei diesen Wahlen damit an. » Vorerst nütze die Partei – nebst der gemeinsamen Internetseite – Facebook. «Wir müssen dies aber ausbauen und künftig vermehrt darauf setzen.» Die Gretchenfrage sei, wie man zu Klicks und Likes komme.

Nach wie vor tonangebend seien bei der CVP die traditionellen Mittel. Die Sozialen Medien zu pflegen und aktuell zu halten, brauche sehr viel Aufwand. Dies sei aber wichtig, weil sonst die Leute die Seiten nicht mehr anschauen.

 

Facebook: Einfach und kostenlos

 

Haris Hadrovic ist Kampagnenleiter der SP-Werdenberg und selber Kantonsratskandidat. «Mir fehlt deshalb die Zeit, um die Sozialen Medien komplett zu nutzen. Aber Facebook stellt ein gutes Tool zur Verfügung, das ich nutze.» Auf diesem Weg erreiche er seine besten Kollegen. Und weil jeder Kollege weitere Kollegen hat, sei es einfach, viele Personen zu erreichen. «Am ersten Tag meiner Kampagne waren es rund 2000 Leute», sagt Hadrovic und ergänzt: «Interessant ist Facebook besonders für die jüngere Generation – einfach, kostenlos und gezielt einsetzbar.» Trotzdem: eine eigentliche Social-Media-Offensive gibt es bei der SP Werdenberg nicht. Jeder sei frei, was er wie machen will.


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Von "intensiv" bis "gar nicht" - Originalartikel im W&O
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