Asylstrom dominiert Wahldebatte

Organisiert durch die SVP-Kreispartei Werdenberg, fand am Mittwochabend eine überparteiliche Wahldebatte im «Buchserhof» statt. Anwesend waren alle Generationen und vor allem eine grosse Zahl junger Menschen.

ADI LIPPUNER

 

BUCHS. Yvonne Gilli als Parlamentarierin der Grünen und die drei Bürgerlichen Walter Müller, FDP-Nationalrat, Azmoos, sowie die SVP-Vertreter Lukas Reimann, Nationalrat, Wil, und Kantonsrat Mike Egger, Berneck, fanden zu erstaunlicher Einigkeit: Dies ist, kurz zusammengefasst, das Ergebnis der Wahldebatte rund um den Zustrom von Asylbewerbern Richtung Europa. Bereits der Einstieg von Moderator Ernst Frehner versprach einen interessanten Abend abseits von Parteiparolen und Parteiwerbung. Anstelle der sonst üblichen Voten wurden die Podiumsteilnehmer zu ihren Ratskollegen befragt.

Bürgerlich-verlässlich

So sagte Yvonne Gilli über Lukas Reinmann: «Ich erlebe ihn als eigenständigen Denker innerhalb seiner Partei.» Walter Müller über die Wiler Ärztin Yvonne Gilli: «Wir haben zwar das politische Heu nicht auf der gleichen Ebene, es gibt aber auch Zusammenarbeit, beispielsweise beim Thema alternative Medizin, über die Parteigrenzen hinweg.» Lukas Reimann äusserte sich über Walter Müller wie folgt: «Er ist bodenständig und stimmt bürgerlich-verlässlich.» Zu Mike Egger durfte sich der Organisator des Abends, Sascha Schmid, Grabs, Vorstandsmitglied der Jungen SVP, äussern. «Mike Egger ist politisch sehr engagiert und scheut sich nicht, auch unangenehme Themen anzusprechen.»

 

Gesetzgebung hinkt hinten nach

 

Die eigentliche Debatte rund um die Asylbewerber war in die Teile gesetzliche Grundlagen, die aktuelle Situation und mögliche Lösungsansätze gegliedert. Dabei wurde rasch deutlich, dass die Gesetzgebung der aktuellen Situation hinten nachhinkt. Walter Müller dazu: «Das geltende Verfahren stammt aus der Nachkriegszeit. Würde die UNO-Flüchtlingskonvention heute ausgearbeitet, sähe diese sicher anders aus.» Klare Kritik gab es von allen Podiumsteilnehmern an der Aufnahme von Eritreern. Gemäss Walter Müller ist es «eine Schande, dass mehr Eritreer als Syrer als Flüchtlinge anerkannt werden.»

Für Yvonne Gilli ist klar, dass nach aussen nicht ein Signal wie «herzlich willkommen» gesandt werden soll. «Wir brauchen kurze Verfahren und müssen Verfolgten auch Schutz gewähren können. Denn es ist Fakt, die Menschen sind da und müssen untergebracht werden.» Allerdings plädierte auch die Politikerin der Grünen für den Schutz der Grenzen und, damit verbunden, für das nötige Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Lukas Reimann wies darauf hin, dass im Monat September täglich zwischen 30 und 130 Personen in Buchs um Asyl ansuchten.

 

Schweiz zu attraktiv

 

«Darunter sind viele junge Männer, und die fehlen in ihren Herkunftsländern. Wer es nach Europa schafft, ist privilegiert. Meiner Ansicht nach ist die Schweiz mit ihrer Möglichkeit für Familiennachzug und hoher Sozialhilfe viel zu attraktiv.»

Geht es um Lösungen, vertritt Mike Egger ganz klar die Meinung, dass Asylgesuche nur noch in den Konfliktländern eingereicht werden dürften. Erst nach einem positiven Entscheid wäre dann die Reise in die Schweiz – allerdings auf sicheren Wegen und ohne Schlepper – möglich.

 

Islamisierung Europas

 

Engagiert wurde von Seiten des Publikums mitdiskutiert. Eine Meinung lautete: «Griechenland und die Türkei schlagen zurück und lenken die Flüchtlingsströme gezielt nach Europa.» Zu hören war am Mittwochabend auch, dass die reichen Golfstaaten alles daran setzen, um in Europa die Islamisierung voranzutreiben.

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Kommentare: 1
  • #1

    Willette Lemaster (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:36)


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