Gegen Scheinheiligkeit - für PID

Das Thema Präimplantationsdiagnostik (PID) polarisiert wie kaum eine andere Vorlage des kommenden Abstimmungssonntags. Dies dürfte keine Verwunderung hervorrufen, da die eigene Haltung zur Selektion des „besten“ Embryos tief in den eigenen Prinzipien und nicht zuletzt im Glauben verankert ist.

Doch wofür genau stehen eigentlich diese drei Buchstaben? PID bezeichnet die Untersuchung von im Reagenzglas erzeugten Embryos vor der Implantation in den Mutterleib. Dabei werden ein bis zwei Zellen eines heranwachsenden Kindes (zu diesem Zeitpunkt üblicherweise nicht mehr als eine kleine Zellkolonie) entnommen und dessen Erbgut auf mögliche Defekte untersucht. Am Ende wird der gesündeste Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt. Von einem designten Kind kann jedoch keine Rede sein, die Natur selbst bestimmt den weiteren Verlauf, Fehlentwicklungen können nicht ausgeschlossen werden. Dass diese Praktik auf Ablehnung stösst, ist für mich – angesichts der Ausgangslage – nicht nachvollziehbar.

Seit geraumer Zeit werden Untersuchungen des wachsenden Embryos im Mutterleib durchgeführt. So können etwa durch die Analyse des Fruchtwassers bereits frühzeitig Trisomien (z.B. Down- Syndrom) und einige Erbkrankheiten erkannt werden. Sollte sich eine werdende Mutter aufgrund eines solchen Tests und daraus resultierender Zweifel zu einer Abtreibung durchringen, übernimmt gar die Krankenkasse die Kosten. Die Ablehnung der PID verkäme angesichts dessen zur reinen Heuchelei.

Jeder möchte das Beste für seine Nachkommen, dass sich daher viele ein Kind ohne Behinderung wünschen, ist nachvollziehbar. Mit einem JA zur PID sagen Sie nicht Nein zu körperlich beeinträchtigten Kindern, sondern eröffnen werdenden Eltern ein Stück Selbstbestimmung. Ein Nein behindert nicht nur die Forschung, sondern befeuert auch weiterhin den Fortpflanzungstourismus ins Ausland.


- Sascha Schmid, Vorstandsmitglied JSVP SG & SVP Werdenberg 


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